Mein Name ist Sabine Kleist. Geboren am 9.10.1962.

Aufgrund eines Keratokonus und einer Netzhautdystrophie, wo Zapfen und Stäbchen in beiden Augen absterben und ich nur noch 1/3 meines Gesichtsfelds habe bin ich hochgradig sehbehindert.
Hinzu kommen Gleichgewichtsstörungen und Orientierungsschwierigkeiten, denn ich bin mittelgradig hörbehindert .
Hunde hatte ich schon seit meinem 15 Lebensjahr.
Ich war auch auf nationalen und internationalen Ausstellungen in ganz Deutschland und auch zweimal in Österreich.
Mein Exmann war beim Wachdienst beschäftigt und wir hatten vier Hunde. Zwei Rottweiler und zwei Dobermänner, die abwechselnd ihren Dienst machten.
Nachdem meine Augen immer schlechter wurden, entschied ich mich für einen Blindenführhund. Und das war die beste Entscheidung meines Lebens.
Ein Blindenführhund ist die einzige Medizin , die mir hilft meinen Körper fit zu halten . Durch die Förderung sozialer Kontakte, die meine Seele braucht , damit ich endlich wieder meine Selbstständigkeit – Unabhängigkeit und Freiheit im vollen Umfang genießen kann.
Er ist nicht nur ein Hilfsmittel oder Computer den man in die Ecke stellen kann wenn man ihm nicht mehr braucht, sondern ein Lebewesen – Freund – Partner – ein helfender Engel, der mir seine Augen und Ohren leiht, damit ich ein selbst bestimmtes Leben führen kann.
Gemeinsam mit ihm habe ich nicht nur eine Sicherheit im öffentlichen Raum, sondern auch Freude und ein erfülltes Leben.
Mein Hund ist nicht nur ein Hund! Er hat einen Job. Ist ein Teil meines Lebens und ein Teil meiner Familie. Er ist mein tierischer Assistent und Seelenhund.

Blindes Vertrauen
Ein Blindenführhund sucht wunschgemäß Türen, Treppen, Zebrastreifen, Telefonzellen, Briefkästen, freie Sitzplätze (z.B. in Bus oder Bahn) und vieles mehr. Er zeigt das Gefundene an, indem er davor stehen bleibt.
Blindenführhunde sind in der Lage, blinde und sehbehinderte Menschen sicher durch Orte zu führen, indem sie Hindernissen wie Straßenschildern, parkenden Autos, Fußgängern usw. ausweichen und Straßenbegrenzungen, Treppen, Türen, Fußgängerstreifen anzeigen.
Ein gut ausgebildeter Blindenführhund umgeht jegliche Art von Hindernissen oder zeigt diese an, indem er stehen bleibt.
Für ein gut ausgebildetes Führgespann sind geparkte Autos, Laternenpfähle, Fahrradfahrer etc. daher kein Problem. Zu den Hindernissen, auf die ein Blindenführhund reagieren muss, gehören auch Bodenhindernisse wie Pfützen oder Schlaglöcher und Höhenhindernisse wie herabhängende Äste oder Schilder, d.h. der Hund muss auch Hindernisse anzeigen und umgehen, die für ihn selbst keine sind.
Im Fall einer drohenden Gefahr etwa im Straßenverkehr muss der Blindenführhund in der Lage sein, einen Befehl ausnahmsweise zu verweigern (intelligenter Ungehorsam).
Ein ausgebildeter Blindenführhund beherrscht etwa 40 Hörzeichen, bei entsprechendem Training kann er aber noch wesentlich mehr (bis zu 400) erlernen. Damit diese Fähigkeiten nicht verloren gehen, sind ihre Besitzer angehalten, sich intensiv mit ihrem Hund zu beschäftigen und die Kommandos regelmäßig zu trainieren.
