
Therapeutisches Reiten (oder die pferdegestützte Intervention) ist eine ganzheitliche Therapieform, bei der das Pferd als Medium genutzt wird, um physische, psychische und soziale Fähigkeiten zu fördern. Es richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen. Die Therapieform gliedert sich in verschiedene Bereiche
Die vier Sparten des Therapeutischen Reitens
- Hippotherapie: Eine physiotherapeutische Behandlung auf dem Pferd, bei der die dreidimensionalen Schwingungen des Pferderückens auf den Patienten übertragen werden. Dies fördert die Muskelentspannung, das Gleichgewicht und die Koordination.
- Heilpädagogische Förderung: Ein pädagogischer Ansatz, der den Beziehungsaufbau zum Pferd nutzt. Es fördert emotionale Stabilität, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen.
- Ergotherapie mit dem Pferd: Hierbei stehen handlungsorientierte Ziele im Fokus, wie die Verbesserung der Grob- und Feinmotorik, Konzentration und Handlungsplanung.
- Integratives Reiten/Behindertenreiten: Der Fokus liegt auf dem eigentlichen Reitsport. Menschen mit Behinderung erlernen das Reiten als Sport, wobei die Inklusion und die Freude an der Bewegung im Vordergrund stehen .
Wie läuft eine Sitzung ab?
Die Therapie ist individuell und beschränkt sich nicht nur auf das Reiten. Ein wesentlicher Teil der Reittherapie umfasst auch die Vorbereitung wie das Putzen, das Streicheln und die Pflege des Pferdes. Das Tier akzeptiert den Menschen wertfrei, was Ängste abbaut, Vertrauen schafft und das allgemeine Wohlbefinden steigert .
Kostenübernahme
In vielen Fällen werden die Kosten für Therapeutisches Reiten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, weshalb es häufig als Privatleistung bezahlt oder von Stiftungen bzw. Vereinen getragen wird. Lediglich die ärztlich verordnete Hippotherapie wird unter bestimmten Voraussetzungen bezuschusst .
Reittherapie in Ihrer Nähe
Da Sie sich in Ternitz (Österreich) befinden, können Sie sich an regionale Anbieter, Reitvereine und spezialisierte Therapeut*innen wenden, um freie Plätze und genaue Konditionen zu erfragen.
- Einen Überblick über qualifizierte Anbieter und ausgebildete Therapeuten in Niederösterreich finden Sie beim Niederösterreichischen Pferdesportverband.
Pferde und Miniaturpferde

Neben Hunden sind Miniaturpferde die einzigen offiziell anerkannten Assistenztiere (z. B. in den USA). Sie werden oft für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen eingesetzt, da sie schwerer sind als Hunde und eine höhere Zugkraft besitzenEinsatz: Sie können als Blindenführhilfe dienen, Rollstühle ziehen oder beim Aufstehen und Gehen helfen.Vorteil: Pferde werden sehr alt (bis zu 35 Jahre) und haben ein ruhiges Fluchtverhalten. Sie werden zudem in der Hippotherapie (Reittherapie) zur Muskelentspannung und Förderung des Gleichgewichts genutztIst ein Miniaturpferd das selbe wie ein Pony ?
Nein, das ist nicht dasselbe. Der Hauptunterschied liegt im Körperbau und der Definition: Ein Miniaturpferd ist eine eigene Pferderasse, die wie ein edles, großes Pferd im Miniaturformat gezüchtet wird. Ein Pony ist dagegen ein Sammelbegriff für alle Pferde unter einem bestimmten Stockmaß, die von Natur aus stämmiger gebaut sind.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
- Körperbau: Miniaturpferde (z. B. das American Miniature Horse) haben lange Beine, einen feinen Kopf und wirken wie ein elegantes großes Reitpferd im Kleinformat. Ponys (wie Shetlandponys) sind typischerweise stämmiger, haben kürzere Beine, dickeres Fell und eine kräftigere Statur.
- Größe: Ponys werden bis zu 148 cm groß. Miniaturpferde sind deutlich kleiner und messen in der Regel nicht mehr als 86 cm bis 97 cm.
- Verhalten: Ponys haben oft einen extrem eigenwilligen, robusten Charakter. Miniaturpferde verhalten sich trotz ihrer geringen Größe charakterlich wie normale Großpferde und sind meist sehr sanftmütig
Kann man auch ein Pony für das therapeutische Reiten verwenden ?
Ja, Ponys können hervorragend für das therapeutische Reiten und die heilpädagogische Förderung eingesetzt werden. Durch ihre handliche Größe wirken sie auf viele Patienten weniger einschüchternd als große Pferde, was den Beziehungsaufbau besonders bei Kindern, Ängsten oder geistigen Einschränkungen erleichtert .
Warum Ponys ideal sind
- Niedrige Einstiegschwelle: Die geringere Höhe vermindert Respekt und Angst vor der Größe des Tieres.
- Stärkung des Selbstbewusstseins: Patienten empfinden es als großes Erfolgserlebnis, das starke Tier zu führen oder zu pflegen.
- Sensorik und Motorik: Auf dem Rücken eines Ponys sind die dreidimensionalen Bewegungen (Schwingungsimpulse) oft besser spürbar und leichter zu verarbeiten .
Was ein Therapiepony mitbringen muss
Nicht jedes Pony ist automatisch als Therapiepferd geeignet. Die Auswahl erfordert viel Sorgfalt :
- Ausgeglichener Charakter: Das Tier muss nervenstark, geduldig, menschenbezogen und absolut verlässlich sein.
- Gesundheit: Ein gesunder, gut bemuskelter Rücken ist zwingend erforderlich.
- Stressresistenz: Es darf nicht schreckhaft sein und muss mit plötzlichen Bewegungen oder lauten Geräuschen umgehen können .
Einen Überblick über die Einsatzgebiete und Voraussetzungen bietet der Bundesverband für therapeutisches Reiten. Wenn Sie nach qualifizierten Angeboten in der Nähe von Ternitz suchen, sind Reittherapeuten oder heilpädagogische Zentren in Niederösterreich (wie der Verein Epona oder regionale Reitvereine) die richtigen Ansprechpartner.
Huföl
Geschäftsführerin: Elisabeth Pikhart
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